„Rudolf Steiners langer Schatten“

 
 
Am 14. Mai 2013 fand im Haus am Dom in Frankfurt am Main eine Abendveranstaltung zum o.g. Thema statt. Gesprächspartner waren die Buchautorin Dr. Irene Wagner, Moderator Dr. Thomas Wagner, Weltanschauungsbeauftragter der katholischen Akademie im Haus am Dom, und Ansgar Martins, zuletzt mit dem Buch «Rassismus und Geschichtsmetaphysik» im Info3-Verlag hervorgetreten. Die Veranstaltung wurde in Kooperation mit der Sekten-Information und Selbsthilfe/Betroffenen-Inititiative Hessen e.V. (SINUS) durchgeführt. Das Haus am Dom ist eine von der kath. Kirche eingerichtetes Kultur- und Kommunikationszentrum in zentraler Lage. Über Anthroposophie wurde nicht grundsätzlich gesprochen; statt dessen wurden drei Themen aus den anthroposophischen Praxisfeldern vorgegeben: Waldorfpädagogik, anthroposophische Medizin und biologisch-dynamische Landwirtschaft.
Nach den längeren Beiträgen der Referenten konnten auch aus dem Zuhörerkreis Voten abgegeben werden.
     Die schätzungsweise 150 Zuhörer im überfüllten Auditorium wurden schon bei dem ersten Thema von den Referenten mit einer Fülle von Halbwahrheiten, Einseitigkeiten und Entstellungen überschüttet: Der Lehrer müsse Anthroposoph sein, er bringe Reinkarnation und Karma mit in den Unterricht und die Waldorfpädagogen schnürten die Schüler in ein Korsett vorgegebener Inhalte. Die Kinder würden zudem nicht als kleine Persönlichkeiten, sondern als «Typen» behandelt und die Pädagogik sei z.T. autoritär. Selbst ein harmloser Begriff wie Nachahmung, erhielt plötzlich eine Umbewertung in eine negative Richtung. Grundprinzipien in der pädagogischen Entwicklung galten nicht mehr.
Bei der Nennung des philosophischen Hauptwerkes Rudolf Steiners – der Philosophie der Freiheit –, charakterisierte A. Martins diese als ein «neukantianisches Machwerk», geschrieben noch vor dem 1. Weltkrieg; kurz darauf folgte der Satz, dass sich die Waldorfpädagogik von Steiner trennen müsse. – Also Waldorfpädagogik ja, aber bitte ohne Rudolf Steiner. Der zukunftsweisende Ansatz R. Steiners, auf der Grundlage eines umfassenden Menschenbildes zu erziehen, welches in den heutigen Wissenschaften nicht mehr zu finden ist, kam bei den Referenten nicht zur Sprache. Oft wurde in kleinlichen Verhaltensmerkmalen einzelner Waldorflehrer herumgemäkelt.
I. Wagner äußerte sogar den Satz: da Steiner mit der Anthroposophie als Wissenschaft keinen durchschlagenden Erfolg hatte, mussten eben die Praxisfelder begründet werden, um Einfluss zu gewinnen. …
 
 
… Berechtigtes „Mäkeln“ ist ja erlaubt, wenn es zielführend ist – und nicht nur dem „Almabtrieb der Hornochsen gen Dornach dient“.
Mehr vom ‚Schattenboxen‘ mit einem 1925 (!!!) Verstorbenen hier (unter gleichem Titel dort – 8 Seiten-PDF – auf Seite 6f.) …
 
(Unterstreichung im Zitat hier oben von mir.)
 
 
 
Gunther Thriene
 
 
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