Geistesmut …


… Das etablierte Christentum ist überall auf dem Rückzug. Gegenüber dem Islam ist es spirituell verkümmert und es wird unterliegen, wenn es das Kommende weiter zu verhindern sucht. Zukünftig ist aber ein solares Christentum mit dem Kennzeichen, daß der wahre Christ den direkten Zugang zum Mittler in Sein Reich in sich selbst gefunden hat. Die institutionelle Kirchenmacht und -religion verschwindet, weil sie nicht mehr gebraucht wird. Das künftige kosmische Chistentum steht im Zeichen der Sonne und wird dem Islam begegnen in einem kosmischen Fest der Versöhnung auf den Trümmern beiderseits überlebter Institutionen. Noch ist der Islam dem herrschenden Christentum durch sein offenes Bekenntnis zum Mond und damit zu den belebenden Kosmoskräften voraus. Ein christlicher Impuls, der dem Islam als Weltenreligion ebenbürtig sein will, muss erkennen, daß es wahre Sonnenreligion ist. Das Etablierte zu überwinden ist der gerechte Kampf gegen die Verdummung. Dieser Kampf ist begonnen. Zeichen des Sieges wird sein, wenn das Todessymbol des Kruzifix aus dem öffentlichen Raum entfernt ist und ersetzt durch den Sonnenstrahlenglanz der Monstranz. Dann kann die spirituelle Allianz von Christentum und Islam im Zeichen von Sonne und Mond den nächste Schritt wagen, der da ist die Erlösung des Hebräertums durch Integration in den kosmischen Zusammenhang.

Dies sind die Voraussetzungen für das Mittelpunktsgeschehen der Jungfrau, die auf dem Monde steht. Ihr Name ist Isis-Sophia und ihr Zeichen die Venus. Dieser Impuls ist noch im Dunkel der Zukunft. Jeder, der diesen Gedanken in sich belebt, stärkt aber dessen Potential. Der einstmals für die Zukunft Europas gestiftete Gral und sein Gegenpol das Palladium werden erneut erwachen und das Spannungsfeld bilden für das Konzert aller Kräfte, das die Menschheit zum Gelingen des Alls zu geben hat und in dem Luzifer selbst als fünfte Kraft erstmalig seine Stimme zum gemeinsamen Kyrie erklingen lässt.


… schreibt Wolfgang Suhrmann, Berlin, zu Michaeli 2010.

Aber ist das Isis-Sophia-Mysterium wirklich ’nur‘ ein „Impuls …  im Dunkel der Zukunft“?

Wodurch wurde dann Wolfgang Amadeus Mozarts ZAUBERFLÖTE zur weltweit meistgespielten Oper? – Die Menschen ahnten und ahnen heute schon ganz konkret diese Zukunft – ganz gegenwärtig und überall1. Sie lebt ganz real in ihren Seelen.

Auch eine gängige Fehlinterpretation Goethes will da wohl zurecht gerückt werden2. Wer sonst schreibt eine MARIENBADER ELEGIE nach einem ’netten Korb‘!?

Stefan Zweig, der sich ohne direkte Bedrohung am 22. Februar 1942 in Brasilien gemeinsam mit seiner Frau „aus Schwermut über die Zerstörung seiner ‚geistigen Heimat Europa'“ das Leben nahm, hatte 1927 diesem Gedicht nichts weniger als ein Kapitel in seinen STERNSTUNDEN DER MENSCHHEIT gewidmet:

Er beschreibt das lyrische Dokument als das „bedeutendste intimste Gedicht seines (Anm. Goethes) Alters“ … Für Zweig enthalten die Verse „eine der reinsten Strophen über das Gefühl der Hingabe und Liebe, die jemals die deutsche und irgendeine Sprache geschaffen:“


In unsers Busens Reine wogt ein Streben,
Sich einem Höhern, Reinern, Unbekannten
Aus Dankbarkeit freiwillig hinzugeben,
Enträtselnd sich den ewig Ungenannten;
Wir heißen’s: fromm sein! – Solcher seligen Höhe
Fühl’ ich mich teilhaft, wenn ich vor ihr stehe.

 

Die neue, weil verchristlichte Isis-Sophia wurde so schon für Goethe zur erlebten lebendigen Wirklichkeit3.

Wir Nachgeborenen erhellen den durch die Tyrannei sich für Stefan Zweig u.v.a.m. unrettbar verdunkelt habenden Himmel wieder durch Anerkennung eines Weltenlehrers, wie Goethe es ist.

Goethe macht uns – auch und gerade heute – wesentlich und damit wirksam. Rudolf Steiner nannte später diese wesentliche Wirksamkeit auch einfach „reines Denken“ …

Das aber sollte man zumindest können, wenn man sich Anthroposoph nennt.


Gunther Thriene


1) Ähnlich wie Grundmotive in den Märchen der Welt überall – nur nominell anders – auftauchen, als gäbe es eine Weltsprache, einen Grundkonsens über das Wahre, Schöne und Gute vollkommen unabhängig von meiner oder Ihrer Nationalität …

2) nun ja, Herr Martin Walser

3) So mancher „anthroposophische“ Kurzschluss, der zumeist in ganz übler Sektiererei mündet, erhellt sich dann, wenn man Goethes Gabriel-Zeitalter von unserem heutigen Michael-Zeitalter unterscheiden zu lernen sich bemüht.

 

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