In der Mitte der Mensch …

 

… ja, aber welcher(!?) …


… Australopithecus afarensis steht an der Wurzel des Stammbaumes zum Homo sapiens – doch zwischen diesen ersten Menschen vor etwa vier bis drei Millionen Jahren und den ersten unbestritten anatomisch modernen Menschen vor ungefähr 100.000 Jahren liegt ein langer Zeitraum. Die Fossilüberlieferung beweist, dass in dieser Zeitspanne viele verschiedene Menschentypen existierten. Sie gehörten nicht einem einzelnen, sich entwickelnden Stamm an, sondern stellen vielmehr eine ganze Reihe getrennter Evolutionszweige dar (der menschliche Stammbaum gleicht somit einem sich verzweigenden Busch). Tatsächlich liegt der größte Teil der bekannten fossilen Menschen im strengen evolutionsbiologischen Sinne nicht direkt auf dem Pfad zu Homo sapiens; die meisten von ihnen können ebenso gut Seitenzweige und Sackgassen gewesen sein, von denen keine Spur in die moderne Welt führt.

Dass die Entwicklung zum Homo sapiens nicht linear verlief, muss nicht erstaunen. Denn der zentrale Punkt bei der Evolution ist nicht der Fortschritt, sondern das Hervorbringen verschiedenartiger Formen, Varietäten wie Darwin sie nannte. Afrika, die Wiege der menschlichen Spezies, erwies sich dabei als besonders gut geeigneter Ausgangspunkt für evolutionäre Neuerungen. Warum das so ist? Betrachtet man die Erde als Ganzes, so stößt man auf ein charakteristisches Verbreitungsmuster der Arten: Von den Tropen bis zur Arktis nimmt die Zahl der Arten schrittweise ab (und dieses Verteilungsmuster gilt für alle Lebensformen). Das liegt vor allem daran, dass der Äquatorregion erheblich größere Energiemengen (in Form von Sonneneinstrahlung) zur Verfügung stehen als der Arktis, wodurch sich wesentlich mehr Lebensformen entwickeln können. Eine vielfältig strukturierte Umgebung bringt aber auch weitere Artenvielfalt hervor – oder kurz gesagt: Diversität erzeugt Diversität. …

Zitat aus der Publikation der Max-Planck-Gesellschaft BIOMAX Ausgabe 24, Frühjahr 2009; Autorin: Christina Beck

 

 

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