Freya von Moltke und ihr Lebensgefährte Eugen Rosenstock-Huessy …

 

Am Neujahrstag 2010 abends verstarb in Norwich/Vermont/USA die 98jährige Witwe des NS-Widerständlers Helmuth James von Moltke. Dort hatte sie von 1960 bis zu dessen Tod 1973 mit Eugen Rosenstock-Huessy zusammengelebt.

Spürt man den Lebenslinien dieser grossen Deutschen etwas nach, so fällt auf, dass auch Eugen Rosenstock-Huessy unbedingt zum geistigen Widerstand gegen die ständige – auch gegenwärtig virulent wieder überaus aktive – politisch-völkische Veruntreuung des Deutschtums zu rechnen ist:

  1931 veröffentlichte Rosenstock-Huessy in der Zeitschrift Hochland den Aufsatz Das Dritte Reich und die Sturmvögel des Nationalsozialismus [14] Darin führt er den zeitgenössischen Begriff „Drittes Reich“ auf seine Quellen bei dem mittelalterlichen Geschichtstheologen Joachim von Fiore zurück und stellt das politische Konzept des Jungkonservativen Arthur Moeller van den Bruck dar. Er kritisiert die Verwendung dieses zunächst theologischen Begriffes durch den Nationalsozialismus. „Man hat ein Wort der Theologie in die weltlich-staatliche Vorstellungswelt übernommen (…).“ Rosenstock-Huessy wendet sich in dem Artikel gegen die Ideen von 1789. Die Nationalsozialisten stellten einen „Teilstoß eines Nachkriegsaufbruchs unseres Volkes“ dar. Das sei aber nicht der Deutschen eigentliche Aufgabe; vielmehr müsse es eine „Völkerwelt“, ein „christliches Drittes Reich“ geben, in dem die Deutschen die geistige Führung innehätten mit den Ideen Johann Wolfgang Goethes und Friedrich Hölderlins. Er schließt seine Ausführungen mit der Aussage, „daß wir den Glauben der Nationalsozialisten nicht teilen können.“ [15]

Es sind Hinweise, die unbedingt ernstgenommen werden wollen: Hätten solche Menschen in Deutschland, in Europa, in der Welt mehr Gehör gefunden: Wieviel unermessliches Leid wäre der ganzen Menschheit erspart geblieben!?! 

Es ist, als wollte die Verstorbene noch in und mit ihrem Tode etwas sagen: „Neujahr habe ich noch erlebt. – Ihr müsst es und alle Zukunft in Liebe gestalten!“

 

Gunther Thriene

 

 

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