Geisteswissenschaftliche Karmaforschung …

 

Man muss Jahrzehnte in dem und mit grosser Empathie für das Lebenswerk Rudolf Steiners leben, um ein Buch wie das neu vorliegende von …

Thomas Meyer: Rudolf Steiners «eigenste Mission», Ursprung und Aktualität der geisteswissenschaftlichen Karmaforschung, Basel 2009,

… schreiben zu können.

Der Autor legt ein spezifisches Lebens-Panorama Rudolf Steiners vor, dass sich für den etwas Kundigeren zu recht als das zentrale Lebensmotiv des grössten Verwirklichers des Guten im gesamten 20. Jahrhundert der Menschheitsgeschichte herausstellt: Was kann ich tun angesichts des Schwellenübertritts der Menschheit, der – römisch-jesuitisch negiert – im Nationalsozialismus endete – und immer wieder enden wird!?

Es ist der geistesgigantisch gewagte Versuch, auf Goethes Weltkulturimpuls aufbauend, den Mitmenschen die Wirklichkeit der geistigen Welt, der Tatsache, dass es ein Reich der Lebenden und das grosse, zunächst unbekannte Reich der Toten gibt, wieder nahe zu bringen – und aufzuzeigen, dass es weissmagisch ein Erkennen dieser Wirklichkeit geben kann.

Wo komme ich als Mensch her – und wo gehe ich hin?

Das Gegenbild hat in zwei Weltkriegen das Heer der Toten ins fast Undenkbare menschheitsverbrecherisch anwachsen lassen. Gleichzeitig hat es unbeabsichtigt in Folge kleine, aber „ausschlaggebende  Unbedeutendheiten des Lebens“ wirklich in Erscheinung treten lassen, die heute jeder Mensch in seinem Leben beachten lernen sollte, wenn er die obige Frage ernsthaft stellt.

Liest man dieses Lebenspanorama Rudolf Steiners, so wird auch deutlich, dass grosse Menschheitslehrer selbst etwas beachten. Dieser spricht in seinem letzten Karmavortrag über seinen Lehrer Karl Julius Schröer, dessen geistige Aufgabe, den Goetheanismus zur Anthroposophie weiterzuentwickeln, Rudolf Steiner in schwersten Nachhockstunden nacharbeiten musste. Rudolf Steiner spricht über ein geistesgeschichtliches Versagen eines seiner gleichwohl grossen Lehrer …

Ich stelle mir vor, was ein wiedergeborener Rudolf Steiner heute täte: In der Motzstrasse in Berlin immer noch zumindest geistige Heimat findend, neigte er sich unter der Stalingrad-Madonna in Europas grossem Mahnmal, insbesondere für uns Deutsche, dem nun Hohlen Zahn am Kurfürstendamm, ja – ich bin sicher -, er hätte dort ein verabredetes ‚Date‘ mit seiner ganz grossen Liebe, wohl wissend, dass der Keil der Ungeistigkeit, des vollkommen seelenlosen Unmenschentums, fast bis zum Erdmittelpunkt von den Anti-Michael-Dämonen eingeschlagen werden konnte, während er nur ein wenig Pause machte …

Täte er das? – Oder wäre ihm wichtiger, die Sprache dieser Toten zu lernen, der nachtodlichen Individualitäten, die sich in solchen verständlichen, aber letztendlich auch gefährlich sprachlosen Bildern eigentlich noch nachtodlich nur verhöhnt vorkommen müssen?

Für den Grossen schliesst sich nichts aus. So einer weiss, dass ihm das Leben alles schenkt, alles …

Der Weltengeist in mir, er hielt den Atem an, und seine Gegenwart mög´ erleuchten mein Ich.*


Gunther Thriene

 

*) Rudolf Steiner GA 270, Band II, 16. Klassenstunde vom 28.06.1924 in Dornach

 

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