„Meine kriminelle Familie …“

 

… wird sich so mancher in höherem Erwachsenenalter unter uns denken, wenn ihm nach den Sturm-und-Drang-Jahren und etwas Familienforschung das Tableau der eigenen Herkunft sich zumindest oberflächlich etwas erschliesst:

Da eine psychiatrisierte komische Tante, dort ein immer etwas alkoholisierter Onkel, dessen Zwangsrekrutierung zur Waffen-SS als Slowake aber natürlich erst nach seinem Tode erstmals bekannt wird, – etcetc.

Das grosse Schweigen dieser Mitteleuropäer durchbrechen nur ganz wenige – und wenn, dann sind es oft erst Nachgeborene, die überhaupt die Sprache wiederfinden.

Eine mutige Journalistin und Autorin weiss tragisch schon seit ihrem 13. Lebensjahr um dieses dunkle Kapitel, lebt daher ein äusserlich ganz anderes Leben – und wird erst durch den Nachlassfund als bald 50jährige auf dem Dachboden ihrer Eltern in einer deutschen Universitätsstadt wieder aufgeschreckt – und schreibt auf:

Ute Scheub, DAS FALSCHE LEBEN – EINE VATERSUCHE, 2006

Der Vater wird beschrieben, wie sie ihn als Kind erlebt hat bis zu seinem schrecklichen öffentlich vollzogenen Selbstmord auf dem Evangelischen Kirchentag  am Killesberg in Stuttgart 1969. Auf dem Podium erlebten das damals heute berühmte Männer – und bewältigen das Erleben bis heute wenig bis nicht …

Die Autorin ist um ihren Mut sehr zu bewundern. – Mein Buch über solche schwarzmagisch-kriminellen Familiengeschichten muss allerdings erst noch geschrieben werden …

Niemand kann etwas für seine Eltern, die oft ganz unbewusst die Traumatisierungen durch die damals offenkundige Schwarzmagie der herrschenden Verbrecher karmisch „weiterreich(t)en“.

Unbedingt lesenswert, weil es den Zusammenhang zwischen NS-Deutschland und „1968“ wie selten ein Stück weit ausleuchtet!


Gunther Thriene

 

 

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